Nachhaltige Wirtschaft betrifft längst alle Branchen, besonders den Tourismus, wo der Transport den grössten Teil der Emissionen verursacht. Foto: Vuk Saric (istock)

3 Schweizer Start-ups, die 2026 durchstarten könnten

3 Schweizer Start-ups, die 2026 durchstarten könnten

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Immer mehr Gründer und Gründerinnen wollen für eine nachhaltigere Welt wirtschaften. Hier sind drei Schweizer Start-ups, die mit einem Startvorteil ins neue Jahr gehen.

Der Hype um Nachhaltigkeit ist vorbei – trotzdem prägt das Thema die Wirtschaft weiter. Fast alle der 77 Schweizer Führungskräfte, die kürzlich vom Unternehmensberater Deloitte befragt wurden, steigern ihre Nachhaltigkeitsausgaben.

Während sich Deloitte auf etablierte Unternehmen fokussierte, gilt dieser Trend auch für Neugründungen. Das Zürcher Standortmarketing Greater Zurich Area brüstet sich damit, dass es in keinem anderen Land so viele nachhaltige Start-ups pro Kopf gibt wie in der Schweiz. Fast wöchentlich soll hierzulande ein neues Cleantech-Start-up an den Start gehen.

Doch bei Start-ups gehört es zur Natur der Sache, dass viele nur wenige Jahre überleben. Hier sind drei nachhaltige Start-ups, die 2025 grössere Fördersummen erhalten haben und dementsprechend vielversprechend ins neue Jahr starten.

Simple Train: Mit dem Zug über die Grenze

Wer mit dem Zug in Europa verreisen will, steht vor einer Herausforderung: Jedes Land hat andere Anbieter und Ticketsysteme. Das macht es nicht nur umständlich, mit dem Zug über eine oder mehrere Grenzen zu reisen, sondern im Vergleich zum Fliegen oft auch teurer.

Simple Train aus Wallisellen möchte das ändern. Das Start-up findet die günstigsten internationalen Zugreisen bis nach Schweden, Albanien oder Marokko. Dabei nutzt es diverse Tricks, um den günstigsten Preis zu erhalten: Es vergleicht etwa ein Standard- mit einem Interrail-Ticket oder kombiniert diverse kürzere Streckenbillette.

2026 könnte für Simple Train ein grosses Jahr werden: Nach einer Anschubfinanzierung durch den Migros-Pionierfonds im Jahr 2020 erhielt das Start-up 2025 eine grosszügige Förderung der Klimastiftung Schweiz und gewann den Zürcher Zukunftspreis. Kurz vor Jahresende folgte die öffentlichkeitswirksame Krönung: Teammitglied Saskia Bilang schaffte es auf die Forbes-Liste «30 under 30», die die spannendsten Wirtschaftspersonen auszeichnet. Zur Preisverleihung in Berlin reiste das Team selbstverständlich mit dem Zug an.

Trotz den Erfolgen ist sich das Team bewusst, dass es allein nur bedingt etwas verändern kann: Im Gegensatz zum Zug seien Flüge von der Mehrwert- und Energiesteuer befreit. Derweil verantwortet die Mobilität fast ein Drittel aller CO2-Emissionen in Europa. Der Strassenverkehr trägt den Bärenanteil, gefolgt vom Flug- und Schiffverkehr. Der Schienenverkehr ist deutlich am nachhaltigsten.

Niatsu: Daten aus dem All

Auch die Lebensmittelproduktion verantwortet fast ein Drittel aller europäischen Treibhausgasemissionen – und die Emissionen sinken weniger schnell als in anderen Bereichen.

Das Zürcher Start-up Niatsu setzt hier an. Es liefert der Nahrungsmittelindustrie Daten, mit denen Firmen ihre Emissionen kennen und so reduzieren können. Seit kurzem hat das Team Zugang zu Satellitendaten der Europäischen Weltraumorganisation ESA. Das ermöglicht ihrer Plattform eine genaue Analyse von landwirtschaftlichen Anbauprozessen und Transportwegen.

Von der ESA erhält Niatsu aber nicht nur Daten, sondern auch Geld: Seit 2025 sind die Zürcher Teil des Förderprogramms ESA BIC. Somit erhalten sie bis zu 200'000 Euro, um ihre Idee weiterzuentwickeln und zu skalieren. Auch die Stadt Zürich fördert Niatsu seit Dezember 2025 mit über 200’000 Franken – und Kündig, einer der grossen Lebensmittelproduzent der Schweiz, gehört schon heute zu ihren Kunden.

Die Informationen von Niatsu sind derweil nicht nur für Firmen interessant, sondern auch für Hobbyköche: Die Gründer haben ein Tool entwickelt, mit dem sich der CO2-Fussabdruck eines Rezepts schätzen lässt. Eine Pizza Prosciutto für vier Personen nach Betty Bossi? 4,5 Kilogramm CO2 – gleich viel wie 30 bis 40 Kilometer im Auto. Wie sich der Fussabdruck leicht verbessern lässt? Verzichtet man auf den Schinken, bleiben noch 2,9 Kilogramm CO2 übrig.

Thermal Transformer: Grünere Rechenzentren

Wir brauchen immer mehr Daten und somit immer mehr Computer, die diese verarbeiten. Die Internationale Energieagentur geht davon aus, dass sich der Stromverbrauch von Rechenzentren wegen künstlicher Intelligenz bis 2030 verdoppelt.

Auch in der Schweiz gibt es schon über 100 Rechenzentren – Tendenz steigend. Diese verbrauchen rund 7 Prozent des Schweizer Stroms. Es erstaunt nicht, dass sich gemäss einer Umfrage von Algorithmwatch Switzerland der Grossteil der Bevölkerung Sorgen macht wegen des zunehmenden Stromverbrauchs der Rechenzentren.

Die Schwyzer von Thermal Transformer stellen sich dem Problem. Sie recyceln die Abwärme aus Server- oder Rechenzentren und nutzen sie anschliessend wieder zur Kühlung der Rechner. Die Klimastiftung Schweiz hat das Potenzial erkannt und Thermal Transformer 2025 in ihre Förderrunde aufgenommen.

Der Hype um Nachhaltigkeit ist vorbei – trotzdem prägt das Thema die Wirtschaft weiter. Fast alle der 77 Schweizer Führungskräfte, die kürzlich vom Unternehmensberater Deloitte befragt wurden, steigern ihre Nachhaltigkeitsausgaben.

Während sich Deloitte auf etablierte Unternehmen fokussierte, gilt dieser Trend auch für Neugründungen. Das Zürcher Standortmarketing Greater Zurich Area brüstet sich damit, dass es in keinem anderen Land so viele nachhaltige Start-ups pro Kopf gibt wie in der Schweiz. Fast wöchentlich soll hierzulande ein neues Cleantech-Start-up an den Start gehen.

Doch bei Start-ups gehört es zur Natur der Sache, dass viele nur wenige Jahre überleben. Hier sind drei nachhaltige Start-ups, die 2025 grössere Fördersummen erhalten haben und dementsprechend vielversprechend ins neue Jahr starten.

Simple Train: Mit dem Zug über die Grenze

Wer mit dem Zug in Europa verreisen will, steht vor einer Herausforderung: Jedes Land hat andere Anbieter und Ticketsysteme. Das macht es nicht nur umständlich, mit dem Zug über eine oder mehrere Grenzen zu reisen, sondern im Vergleich zum Fliegen oft auch teurer.

Simple Train aus Wallisellen möchte das ändern. Das Start-up findet die günstigsten internationalen Zugreisen bis nach Schweden, Albanien oder Marokko. Dabei nutzt es diverse Tricks, um den günstigsten Preis zu erhalten: Es vergleicht etwa ein Standard- mit einem Interrail-Ticket oder kombiniert diverse kürzere Streckenbillette.

2026 könnte für Simple Train ein grosses Jahr werden: Nach einer Anschubfinanzierung durch den Migros-Pionierfonds im Jahr 2020 erhielt das Start-up 2025 eine grosszügige Förderung der Klimastiftung Schweiz und gewann den Zürcher Zukunftspreis. Kurz vor Jahresende folgte die öffentlichkeitswirksame Krönung: Teammitglied Saskia Bilang schaffte es auf die Forbes-Liste «30 under 30», die die spannendsten Wirtschaftspersonen auszeichnet. Zur Preisverleihung in Berlin reiste das Team selbstverständlich mit dem Zug an.

Trotz den Erfolgen ist sich das Team bewusst, dass es allein nur bedingt etwas verändern kann: Im Gegensatz zum Zug seien Flüge von der Mehrwert- und Energiesteuer befreit. Derweil verantwortet die Mobilität fast ein Drittel aller CO2-Emissionen in Europa. Der Strassenverkehr trägt den Bärenanteil, gefolgt vom Flug- und Schiffverkehr. Der Schienenverkehr ist deutlich am nachhaltigsten.

Niatsu: Daten aus dem All

Auch die Lebensmittelproduktion verantwortet fast ein Drittel aller europäischen Treibhausgasemissionen – und die Emissionen sinken weniger schnell als in anderen Bereichen.

Das Zürcher Start-up Niatsu setzt hier an. Es liefert der Nahrungsmittelindustrie Daten, mit denen Firmen ihre Emissionen kennen und so reduzieren können. Seit kurzem hat das Team Zugang zu Satellitendaten der Europäischen Weltraumorganisation ESA. Das ermöglicht ihrer Plattform eine genaue Analyse von landwirtschaftlichen Anbauprozessen und Transportwegen.

Von der ESA erhält Niatsu aber nicht nur Daten, sondern auch Geld: Seit 2025 sind die Zürcher Teil des Förderprogramms ESA BIC. Somit erhalten sie bis zu 200'000 Euro, um ihre Idee weiterzuentwickeln und zu skalieren. Auch die Stadt Zürich fördert Niatsu seit Dezember 2025 mit über 200’000 Franken – und Kündig, einer der grossen Lebensmittelproduzent der Schweiz, gehört schon heute zu ihren Kunden.

Die Informationen von Niatsu sind derweil nicht nur für Firmen interessant, sondern auch für Hobbyköche: Die Gründer haben ein Tool entwickelt, mit dem sich der CO2-Fussabdruck eines Rezepts schätzen lässt. Eine Pizza Prosciutto für vier Personen nach Betty Bossi? 4,5 Kilogramm CO2 – gleich viel wie 30 bis 40 Kilometer im Auto. Wie sich der Fussabdruck leicht verbessern lässt? Verzichtet man auf den Schinken, bleiben noch 2,9 Kilogramm CO2 übrig.

Thermal Transformer: Grünere Rechenzentren

Wir brauchen immer mehr Daten und somit immer mehr Computer, die diese verarbeiten. Die Internationale Energieagentur geht davon aus, dass sich der Stromverbrauch von Rechenzentren wegen künstlicher Intelligenz bis 2030 verdoppelt.

Auch in der Schweiz gibt es schon über 100 Rechenzentren – Tendenz steigend. Diese verbrauchen rund 7 Prozent des Schweizer Stroms. Es erstaunt nicht, dass sich gemäss einer Umfrage von Algorithmwatch Switzerland der Grossteil der Bevölkerung Sorgen macht wegen des zunehmenden Stromverbrauchs der Rechenzentren.

Die Schwyzer von Thermal Transformer stellen sich dem Problem. Sie recyceln die Abwärme aus Server- oder Rechenzentren und nutzen sie anschliessend wieder zur Kühlung der Rechner. Die Klimastiftung Schweiz hat das Potenzial erkannt und Thermal Transformer 2025 in ihre Förderrunde aufgenommen.

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Erste Veröffentlichung: 
27.1.2026
  |  Letztes Update: 
4.2.2026
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